Haltung und Intervention in der Moderation

Als Moderator von Workshops bin ich schon einige Male mit dem Hinweis konfrontiert worden, wie unangenehm es ist, wenn Moderatoren das geplante Programm „durchprügeln“.
So sinnvoll eine genaue Planung und Vorbereitungen von Methoden für die Moderation auch ist, das Leben kommt häufig dazwischen… NIcht alle Teilnehmenden sind erschienen, der Input fällt weg, weil die Technik trotz Probelauf nicht funktioniert, oder, ein überschaubarer Austausch in der Runde wird immer länger.
Mir liegt daran den Workshop nach den Bedürfnissen der Anwesenden zu gestalten und wenn sich gerade nun einmal herausstellt, dass dies nicht genau meinen Planungen entspricht, dann verlangt es eben Improvisationstalent, Flexibilität und ein ruhiges Mitgehen von meiner Seite.

Ich habe mir zur Gewohnheit gemacht diese Planänderungen anzusprechen, entweder in einer Direktansprache an die Auftraggebende, welche ebenfalls im Workshop anwesend sind oder direkt an die Runde. Ich habe bisher nur positive Erfahrungen damit gemacht. Es hat sich noch niemand beschwert, dass wir den Ablauf nicht streng eingehalten haben, vielmehr fühlen sich die Teilnehmenden besser eingebunden und in ihren Bedürfnissen gesehen.

Wichtig ist natürlich in der Auftragsklärung genau abzusprechen was unbedingt im Workshop vorkommen soll und sich im Vorhinein zu versichern, dass dieses Arbeiten mit einem Team gewünscht ist. Reine Infoveranstaltungen haben aber auch den Titel Workshop nicht verdient

Mini Intervention

Eine gute Möglichkeit um auf die Bedürfnisse einzugehen bietet sich schon indem man Ruth Cohens Axiom „Störungen haben Vorrang“ folgt. Anstatt Einwürfe und Kritik abzubügeln oder direkt zu übernehmen kann man als eine weitere Möglichkeit mit Mini Interventionen arbeiten und so das Team in die Verantwortung für den Prozess miteinzubeziehen.

Dies ist ganz konkret realisierbar, indem z.B. mit Skalenabfragen gearbeitet wird:

  1. Ziel. in einem ersten Schritt kann danach gefragt werden was eigentlich genau das Ziel einer Frage oder „Störung“ ist.
  2. Ausgangslage. Man bittet die Person, welche den Einwurf gemacht hat zu benennen wie klar bzw. unklar, auf einer Skala von 1 bis 10 die Frage gerade ist.
  3. Womit können wir arbeiten. Indem gefragt wird, was denn bisher schon klar ist und was es brauchen würde, damit die Skalenbewertung z.B. von einer 1 auf eine 5 verbessert werden könnte, wird schon sehr viel strukturiert und geklärt. Manchmal löst sich die Frage hier schon auf, oder es wird ein Weg vorgezeichnet, der noch gegangen werden muss
  4. Perspektive. Woran würde man erkennen, dass wir in der nächsten Stunde uns diesem Ziel genähert haben.

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